Viele Leserinnen und Leser fragen uns, welche Kanareninsel sich am besten für Senioren eignet. Denn die Kanarischen Inseln sind ein beliebtes Ganzjahresziel für die Generation 50plus. Während andere Urlaubsregionen im Winter in den Dornröschenschlaf fallen, locken Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura und Co. das ganze Jahr über mit angenehmen Temperaturen zwischen 20 und 28 Grad. Doch welche der sieben Hauptinseln ist die richtige für Sie? Und warum sollten gerade reife Reisende ein Erwachsenenhotel in Betracht ziehen? Die Antworten auf diese Fragen finden Sie in diesem Blogartikel.
Kanareninseln: Wichtige Kriterien für Senioren
Die Koffer sind gepackt, die Vorfreude steigt. Doch bevor Sie sich für eine der Kanarischen Inseln entscheiden, lohnt es sich, einen Blick auf die Faktoren zu werfen, die für einen entspannten und sicheren Urlaub im reiferen Alter besonders relevant sind. Denn nicht jede Insel eignet sich gleichermaßen für alle Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren.
Erreichbarkeit und Flugverbindungen
Die Anbindung an den deutschsprachigen Raum unterscheidet sich deutlich zwischen den Inseln. Teneriffa und Gran Canaria verfügen über die häufigsten Direktflüge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, teilweise täglich und von mehreren Flughäfen aus. Fuerteventura und Lanzarote werden ebenfalls gut angeflogen, allerdings etwas seltener. Für La Palma, La Gomera und El Hierro muss man meist mit einem Zwischenstopp oder einer Fährüberfahrt rechnen. Für Senioren, die häufiger oder flexibel reisen möchten, sind die großen Inseln mit ihrer besseren Erreichbarkeit oft die praktischere Wahl.
Medizinische Versorgung
Ein wichtiger Aspekt, den Senioren nicht unterschätzen sollten: Die medizinische Infrastruktur variiert erheblich. Teneriffa und Gran Canaria verfügen über moderne Universitätskliniken, zahlreiche Fachärzte und auch deutschsprachige Praxen.
Auf Fuerteventura und Lanzarote ist die Versorgung solide mit gut ausgestatteten Krankenhäusern in den Hauptorten. Die kleineren Inseln hingegen haben nur Gesundheitszentren mit Basisfunktionen. Bei schwerwiegenden Notfällen erfolgt ein Hubschraubertransport nach Teneriffa. Für Senioren mit chronischen Erkrankungen oder dem Bedarf an regelmäßiger fachärztlicher Betreuung sind die beiden größten Inseln daher die sicherere Wahl.
Barrierefreiheit und Infrastruktur
Nicht alle Inseln sind gleichermaßen seniorenfreundlich gestaltet. Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura punkten mit modernen Hotels, ebenerdigen Promenaden, barrierefreien Stränden mit Rampen und Stegen sowie einem gut ausgebauten Straßennetz. Auch Rollstuhlfahrer finden hier zahlreiche zugängliche Einrichtungen.
Lanzarote liegt im Mittelfeld. La Palma, La Gomera und El Hierro hingegen erfordern aufgrund ihrer bergigen Topografie deutlich mehr Trittsicherheit und körperliche Fitness. Enge, steile Gassen in den Bergdörfern, unebene Vulkanpfade und an Hängen gelegene Hotels können hier zur Herausforderung werden. Wer auf einen Stock angewiesen ist oder Gelenkprobleme hat, sollte dies bei der Wahl unbedingt berücksichtigen.
Aktivitätsniveau
Die Kanaren bieten für jeden Urlaubstyp das passende Ambiente. Fuerteventura ist die Insel für alle, die vor allem am Strand entspannen, spazieren gehen und die Seele baumeln lassen möchten. Das Terrain ist flach und die Atmosphäre ruhig.
Teneriffa und Gran Canaria hingegen sind ideal für aktive Senioren, die Abwechslung lieben. Hier können Sie im Gebirge wandern, durch botanische Gärten schlendern oder eine Bootstour unternehmen.
Lanzarote spricht kulturinteressierte Reisende an, die gerne Museen und Kunstwerke besichtigen. La Palma ist schließlich das Paradies für fitte Naturliebhaber, die gerne wandern und die Einsamkeit genießen. Überlegen Sie also vorab, ob Sie vor allem relaxen oder ein vielfältiges Programm suchen.
Klima und beste Reisezeit
Auch wenn alle Kanarischen Inseln mit einem ganzjährig milden Klima werben, gibt es durchaus Unterschiede.
- Die östlichen Inseln Fuerteventura und Lanzarote sind trockener und windiger. Es gibt wenig Vegetation, dafür aber auch kaum Niederschlag.
- Teneriffa und Gran Canaria bieten mikroklimatische Vielfalt: Der Süden ist sonnig und trocken, der Norden grüner und gelegentlich bewölkt.
- La Palma ist die regenreichste und üppigste Insel – sie ist wunderschön grün, im Winter aber auch mal nass.
Für Senioren mit rheumatischen Beschwerden sind die trockenen Regionen oft angenehmer. Generell ist das Winterhalbjahr (November bis April) die beste Reisezeit, wenn in Mitteleuropa die Temperaturen sinken und die Kanaren mit 20 bis 24 Grad zum Freiluftleben einladen. Im Hochsommer (Juli/August) kann es besonders im Süden Teneriffas und auf Fuerteventura mit bis zu 30 °C recht heiß werden. Für hitzeempfindliche Rentner sind dann das Frühjahr oder der Herbst die bessere Wahl.
Teneriffa – die vielseitige Insel
Wenn es eine Kanareninsel gibt, die wirklich für alle Senioren etwas zu bieten hat, dann ist es Teneriffa. Als größte Insel des Archipels vereint sie nahezu alle Vorzüge, die sich ältere Reisende wünschen können. Nicht umsonst ist Teneriffa seit Jahrzehnten die beliebteste Kanareninsel bei Urlaubern aus dem deutschsprachigen Raum.
Praktische Vorteile
Beginnen wir mit den handfesten Argumenten: Teneriffa Süd wird täglich von zahlreichen Direktflügen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angeflogen. Egal, ob Sie aus München, Zürich, Wien, Hannover oder Düsseldorf starten – die Auswahl ist riesig.
Hinzu kommt die exzellente medizinische Infrastruktur: Das Universitätsklinikum in La Laguna zählt zu den besten Spaniens. In den touristischen Zentren wie Costa Adeje oder Puerto de la Cruz gibt es deutschsprachige Arztpraxen, gut sortierte Apotheken und moderne Privatkliniken. Für Senioren mit chronischen Erkrankungen oder die einfach das beruhigende Gefühl haben möchten, im Notfall bestens versorgt zu sein, ist das ein entscheidender Pluspunkt.
Die Auswahl an Erwachsenenhotels ist auf Teneriffa größer als auf jeder anderen Kanareninsel. Viele dieser Hotels haben sich auf die Bedürfnisse der Generation 50plus spezialisiert und bieten erstklassige Wellnessangebote, ein gehobenes kulinarisches Niveau, kulturelle Veranstaltungen und einen Service, der Wert auf persönliche Betreuung legt.
Vielfalt erleben
Was Teneriffa von anderen Inseln unterscheidet, ist die schiere Vielfalt auf relativ kleinem Raum. Sie können morgens am sonnenverwöhnten Strand von Los Cristianos spazieren gehen, mittags den majestätischen Teide-Nationalpark besuchen und abends in einem charmanten Küstenstädtchen frischen Fisch genießen.
Der Teide selbst, mit 3.718 Metern Spaniens höchster Berg, ist auch für Senioren gut zugänglich: Eine moderne Seilbahn bringt Sie bequem auf 3.555 Meter Höhe. Oben erwartet Sie eine atemberaubende Aussicht und eine unwirkliche Vulkanlandschaft. Doch auch ohne Gipfelambition ist die Fahrt durch den Nationalpark mit seinen bizarren Felsformationen und Lavawüsten ein unvergessliches Erlebnis.
Ein Muss für Naturliebhaber sind die botanischen Gärten: Der Jardín Botánico in Puerto de la Cruz beherbergt tropische und subtropische Pflanzen aus aller Welt. Wer es aktiver mag, findet unzählige leichte bis mittelschwere Wanderwege, etwa durch den Anaga-Nationalpark mit seinen mystischen Lorbeerwäldern oder entlang der Küste, wo sich Ihnen spektakuläre Ausblicke auf den Atlantik bieten.
Ein besonderes Highlight ist das Whale Watching: Teneriffa gilt als einer der besten Orte weltweit, um Wale und Delfine in freier Wildbahn zu beobachten. Zahlreiche Anbieter organisieren Bootstouren, bei denen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Grindwale, Tümmler und mit etwas Glück sogar Orcas sehen können. Die Touren dauern meist zwei bis drei Stunden und werden auch in gemäßigtem Tempo mit komfortablen Booten angeboten – ideal für Senioren, die nicht den ganzen Tag auf dem Wasser verbringen möchten.
Süden oder Norden?
Die Wahl ist eine Frage der persönlichen Prioritäten. Der Süden (Costa Adeje, Los Cristianos, Playa de las Américas) ist das touristische Zentrum mit Sonnengarantie: Hier scheint die Sonne rund 300 Tage im Jahr. Die Infrastruktur ist perfekt ausgebaut und die meisten Erwachsenenhotels befinden sich hier. Die Region ist modern, international und bietet eine riesige Auswahl an Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und Unterhaltung.
Allerdings kann es gerade in den Hauptorten auch etwas lebhaft und weniger authentisch wirken. Wer absolute Ruhe sucht, wählt ein Hotel in den ruhigeren Ecken wie Costa del Silencio oder El Médano.
Der Norden (Puerto de la Cruz, La Orotava) ist hingegen grüner, traditioneller und authentischer. Hier erleben Sie das „echte” Teneriffa mit kolonialer Architektur, verwunschenen Parks und einer entspannteren Atmosphäre.
Allerdings regnet es hier häufiger und die Wassertemperaturen sind etwas kühler. Für Senioren, die Kultur und Natur einem Strandurlaub vorziehen und denen gelegentliche Wolken nichts ausmachen, ist der Norden eine wunderbare Alternative. Wenn Sie hingegen Sonne und Baden bevorzugen, ist der Süden die richtige Wahl.
Fuerteventura – die Insel für ruhesuchende Senioren
Fuerteventura ist die Insel der Entschleunigung. Hier ticken die Uhren langsamer. Die zweitgrößte Kanareninsel ist ein Paradies für alle, die ihren Urlaub nicht mit Besichtigungsprogrammen und Aktivitäten vollpacken, sondern einfach nur entspannen möchten. Genießen Sie die Zeit mit einem guten Buch am Strand, bei langen Spaziergängen am endlosen Meer oder mit Blick auf die sanften Dünenlandschaften vom Hotelbalkon aus.
Entspannte Alternative
Fuerteventura unterscheidet sich deutlich von ihrer großen Schwester Teneriffa. Während dort Abwechslung und Trubel dominieren, punktet Fuerteventura mit Weite, Stille und einer fast meditativen Ruhe. Die flache Insel ist ideal für Senioren, die Probleme mit Steigungen haben oder nicht mehr so trittsicher sind. Hier können Sie stundenlang am Strand entlangschlendern, ohne einen einzigen Höhenmeter zu überwinden. Die Wege sind eben, die Orientierung einfach und selbst längere Spaziergänge bleiben gelenkschonend.
Die Flugverbindungen nach Fuerteventura sind sehr gut, wenn auch nicht ganz so häufig wie nach Teneriffa. Mehrmals wöchentlich gibt es Direktflüge aus den deutschsprachigen Ländern. Der Flughafen liegt zentral, sodass die Transferzeiten zu den meisten Hotels moderat bleiben.
Die medizinische Versorgung ist solide: Das Krankenhaus in Puerto del Rosario bietet eine gute Grundversorgung. In den touristischen Zentren gibt es deutschsprachige Ärzte und gut sortierte Apotheken. Für komplexere medizinische Fälle ist die Infrastruktur allerdings nicht mit der von Teneriffa vergleichbar. Das ist ein Aspekt, den Senioren mit ernsthaften Vorerkrankungen bedenken sollten.
Endlose Strände und heilsame Weite
Was Fuerteventura auszeichnet, sind die Strände. Es gibt über 150 Kilometer Küstenlinie mit feinstem Sand und türkisfarbenem Wasser, die den Blick bis zum Horizont schweifen lassen. Hier finden Sie garantiert Ihr ruhiges Plätzchen, selbst in der Hauptsaison. Die Strände sind meist flach abfallend und gut zugänglich. Viele verfügen über Holzstege, die auch mit Rollator oder Rollstuhl befahrbar sind.
Für Senioren, die gerne spazieren gehen, ist Fuerteventura ein Traum. Ob barfuß durch die sanften Wellen beim Sonnenaufgang, entlang der Dünen von Corralejo zur Mittagszeit oder mit dem spektakulären Licht der untergehenden Sonne am Strand von Jandía – die Insel lädt zu ausgedehnten, entspannten Wanderungen am Meer ein. Das gleichmäßige Gehen im weichen Sand ist zudem gelenkschonend und trainiert die Muskulatur auf sanfte Weise.
Doch Fuerteventura ist karg. Grüne Wälder und üppige Vegetation sucht man hier vergebens. Stattdessen dominieren Vulkanberge in warmen Ockertönen, weitläufige Steinwüsten und einzelne Palmenoasen das Bild. Für manche ist diese Kargheit zunächst gewöhnungsbedürftig, doch genau sie macht den Reiz der Insel aus. Die Reduktion auf das Wesentliche, die klaren Linien und das intensive Licht schaffen eine besondere, fast schon therapeutische Atmosphäre. Viele Langzeiturlauber schätzen genau diese Ruhe und kehren Jahr für Jahr zurück.
Wind und Wetter
Fuerteventura ist die windigste Kanareninsel, was Surfer und Kiter begeistert. Für Senioren kann der stetige Wind aber auch von Vorteil sein: Selbst an heißen Sommertagen bleibt es durch die Brise angenehm und die Luft ist klar und trocken, was ideal für Menschen mit rheumatischen Beschwerden oder Atemwegserkrankungen ist.
Die Temperaturen sind ganzjährig mild: Im Winter liegen sie bei etwa 20 Grad, im Sommer steigen sie selten über 30 Grad. Regen ist äußerst selten, die Sonne scheint fast täglich. Wer windgeschützt am Pool liegen möchte, findet in den meisten Hotels entsprechende Bereiche.
Die besten Regionen
Die Wahl der Region hängt davon ab, wie viel Infrastruktur Sie um sich herum haben möchten. Im Norden liegt Corralejo, der lebhafteste Ort der Insel. Hier finden Sie eine gute Auswahl an Restaurants, Geschäften und Bars – relativ gesehen natürlich, denn selbst Corralejo ist im Vergleich zu Teneriffa überschaubar und ruhig. Die Dünen von Corralejo gehören zu den schönsten Stränden der Kanaren und die Altstadt hat mediterranen Charme.
Im Süden der Insel liegt die Halbinsel Jandía mit den Orten Costa Calma und Morro Jable. Diese Region ist noch ruhiger als der Norden und bietet kilometerlange, einsame Strände. Die Hotels sind hier oft größer und luxuriöser mit weitläufigen Gartenanlagen und mehreren Pools. Costa Calma ist besonders bei deutschen Senioren beliebt und verfügt über eine solide Infrastruktur mit Supermärkten, Apotheken und Restaurants. Morro Jable, das sich am südlichsten Zipfel der Insel befindet, hat zusätzlich einen authentischen Ortskern mit Fischerhafenatmosphäre.
Die Ostküste mit Orten wie Caleta de Fuste ist zentral gelegen und ideal für alle, die sowohl Ruhe als auch gute Erreichbarkeit schätzen. Der Ort ist zwar künstlich angelegt, aber gepflegt und überschaubar. Er verfügt über einen hübschen Yachthafen und einen geschützten Sandstrand. Die Nähe zum Flughafen (10 Minuten) macht Caleta de Fuste besonders praktisch für kürzere Aufenthalte.
Wer absolute Abgeschiedenheit sucht, findet im Westen und Nordwesten der Insel noch ursprünglichere Ecken wie El Cotillo, ein verschlafenes Fischerdorf mit traumhaften Buchten. Hier ist die Auswahl an Hotels allerdings begrenzt und die Infrastruktur minimal. Für Selbstversorger mit Mietwagen ist dies jedoch eine wunderbare Option.
Für wen ist Fuerteventura die richtige Wahl?
Fuerteventura ist die Insel für Senioren, die bewusst entschleunigen möchten. Sie brauchen kein Unterhaltungsprogramm, keine Shoppingmeilen und keine Museen. Sie genießen stattdessen die Stille, die Natur und das Rauschen des Meeres. Sie lieben lange Strandspaziergänge, entspannte Tage am Pool und frühe Abende mit einem guten Buch oder Gesprächen mit dem Partner. Auch für Paare, die nach Jahrzehnten wieder Zeit füreinander haben möchten, ist die Insel ideal. Ebenso für Alleinreisende, die Abstand vom Alltag suchen und in der Ruhe zu sich selbst finden möchten.
Fuerteventura ist auch perfekt für Langzeiturlauber und Überwinterer: Die entspannte Atmosphäre, die moderaten Preise und die hervorragenden klimatischen Bedingungen machen die Insel zur ersten Wahl für mehrwöchige oder sogar mehrmonatige Aufenthalte.
Lanzarote – Kunst, Kultur und Wellness
Wer auf Lanzarote aus dem Flugzeug steigt, dem bietet sich ein Anblick, der zunächst irritieren mag: schwarze Lavafelder, weiße Häuser mit grünen Fensterläden und kaum Bäume – und doch eine Harmonie, die ihresgleichen sucht. Die viertgrößte Kanareninsel ist ein Gesamtkunstwerk, geschaffen von der Natur und vollendet durch César Manrique, dessen Vision bis heute jeden Winkel der Insel prägt. Für kulturinteressierte Senioren mit einem Faible für Ästhetik, Architektur und außergewöhnliche Landschaften ist Lanzarote ein absolutes Muss.
Insel als Museum
César Manrique (1919–1992), Künstler, Architekt und Umweltaktivist, hat Lanzarote vor dem architektonischen Wildwuchs bewahrt, der viele andere Kanareninseln entstellt. Dank seiner Weitsicht gibt es hier keine Hochhäuser, keine Leuchtreklamen und keine Betonwüsten. Stattdessen fügen sich weiße Häuser harmonisch in die vulkanische Landschaft ein. So hat die Insel trotz Tourismus ihre Seele bewahrt.
Manriques Werke sind über die ganze Insel verteilt und laden zu einer kulturellen Entdeckungsreise ein, die auch für Senioren gut machbar ist.
Die Fundación César Manrique in Tahíche, das ehemalige Wohnhaus des Künstlers, wurde in fünf Vulkanblasen hineingebaut. Die Jameos del Agua, eine zum Restaurant und Konzertsaal umgestaltete Lavahöhle mit einem unterirdischen See, sind schlicht atemberaubend. Der Mirador del Río im Norden bietet von einer elegant in den Fels integrierten Aussichtsplattform einen spektakulären Blick auf die Nachbarinsel La Graciosa. Im Jardín de Cactus wachsen über 1.000 Kakteenarten in einem ehemaligen Steinbruch.
Alle diese Sehenswürdigkeiten sind gut erschlossen und verfügen über Parkplätze in der Nähe, ebene Wege sowie oft Aufzüge oder Rampen. Die Entfernungen auf der Insel sind überschaubar. Von Nord nach Süd sind es gerade einmal 60 Kilometer. Man kann bequem mehrere Highlights an einem Tag besuchen, ohne stundenlang im Auto zu sitzen.
Vulkanlandschaften
Das Herzstück Lanzarotes ist der Timanfaya-Nationalpark – eine surreale Landschaft aus erstarrter Lava, Kratern und Gesteinsformationen in allen Rot-, Braun- und Schwarztönen. Die Ausbrüche von 1730 bis 1736 verwandelten ein Drittel der Insel in eine Mondlandschaft, die bis heute nahezu unverändert geblieben ist.
Ein weiteres Highlight für genussfreudige Senioren ist die Weinregion La Geria. Hier wachsen Reben in Mulden aus schwarzem Vulkansand, die durch halbkreisförmige Steinmauern geschützt werden. Der Malvasía-Wein ist von erstaunlicher Qualität und wurde bereits mehrfach international ausgezeichnet. Zahlreiche Bodegas bieten Weinproben an, oft mit herrlichem Blick über die geometrisch angeordneten Weinfelder.
Klima für Genießer
Lanzarote teilt sich mit Fuerteventura ein trockenes, windiges Klima, ist aufgrund seiner nördlicheren Lage aber minimal kühler. Die Temperaturen sind das ganze Jahr über angenehm mild: Im Winter liegen sie bei etwa 20 Grad, im Sommer bei etwa 28 Grad. Die Luftfeuchtigkeit ist niedrig und Regen ist eine absolute Seltenheit. Diese Bedingungen sind ideal für Senioren mit Kreislaufproblemen oder Gelenkbeschwerden. Der Wind ist spürbar, aber meist nicht störend. In den Hotels findet man am Pool immer geschützte Ecken.
Wellness mit Meereskraft
Was Lanzarote von den anderen Kanarischen Inseln deutlich abhebt, ist das außergewöhnliche Angebot an Thalasso-Zentren. Die Thalassotherapie, auch „Heilkraft des Meeres” genannt, hat hier eine lange Tradition und wird auf höchstem medizinischen und ästhetischen Niveau praktiziert. Das warme Meerwasser, reich an Mineralien und Spurenelementen, wird für Bäder, Massagen, Packungen und Wassergymnastik genutzt. Die positive Wirkung bei Rheuma, Arthrose, Durchblutungsstörungen und Hautproblemen ist wissenschaftlich belegt.
Besonders beeindruckend ist das Thalasso-Zentrum im Hotel Gran Meliá Salinas in Costa Teguise, das zu den besten Europas zählt. Doch auch andere Hotels der Insel verfügen über erstklassige Wellnessbereiche, die oft vulkanisches Thermalwasser, Salzwasserpools und Spa-Behandlungen mit lokalen Produkten wie Aloe Vera und Vulkanschlamm bieten. Lanzarote ist daher eine exzellente Wahl für Senioren, die Urlaub mit Gesundheitsprävention verbinden möchten.
Viele Erwachsenenhotels haben sich auf Wellness-Gäste spezialisiert und bieten spezielle Programme für ältere Gäste an, darunter sanfte Wassergymnastik, geführte Entspannungsübungen, Ernährungsberatung und individuell abgestimmte Spa-Behandlungen. Die Atmosphäre ist ruhig und gepflegt, ohne Animation oder Massentourismus.
Für wen ist Lanzarote die richtige Wahl?
Lanzarote spricht einen ganz bestimmten Urlaubstyp an: Menschen, die mehr suchen als Strand und Sonne. Senioren, die sich für Kunst, Architektur und außergewöhnliche Landschaften interessieren. Die gerne mal ein Museum besuchen, eine Bodega erkunden oder einfach mit wachem Blick durch pittoreske Dörfer schlendern. Menschen, die Wert auf Design und Ästhetik legen. Vielleicht möchten sie auch etwas für ihre Gesundheit tun, mit hochwertigen Wellness-Anwendungen in therapeutischer Qualität.
Gleichzeitig ist Lanzarote entspannt genug für alle, die einfach nur die Seele baumeln lassen möchten. Die Strände – allen voran Playa Blanca im Süden oder die Papagayo-Buchten – sind wunderschön und das Meer ist kristallklar. Hier kann man durchaus auch einen klassischen Badeurlaub verbringen. Wer jedoch nur am Pool liegen möchte und sich nicht für die Umgebung interessiert, ist auf Fuerteventura vermutlich besser aufgehoben.
Die besten Regionen
- Puerto del Carmen an der Südostküste ist der größte Ferienort der Insel und bietet die beste Auswahl an Hotels, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Die lange Strandpromenade lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Hier finden sich viele hochwertige Erwachsenenhotels mit Meerblick und hervorragenden Wellnessbereichen.
- Playa Blanca im äußersten Süden ist deutlich ruhiger und eleganter. Der Ort hat sich vom ehemaligen Fischerdorf zu einem gehobenen Resort entwickelt und verfügt über eine hübsche Marina mit Blick hinüber nach Fuerteventura. Die Hotels sind hier oft größer und luxuriöser und die Atmosphäre exklusiv. Das ist ideal für Senioren, die Ruhe mit gehobener Infrastruktur verbinden möchten.
- Costa Teguise an der Ostküste liegt hingegen zentral und ist gut erreichbar. Der Ort wirkt etwas künstlich angelegt, bietet aber eine solide Auswahl an Hotels und das bereits erwähnte erstklassige Thalasso-Zentrum. Die Strände sind teilweise steinig, es gibt aber auch mehrere schöne Badebuchten.
- Wer es authentischer mag, findet in der Inselhauptstadt Arrecife oder im Norden bei Haría und Arrieta kleinere, charmante Unterkünfte. Für kultur- und naturinteressierte Senioren, die einen Mietwagen haben, ist dies eine reizvolle Option.
Gran Canaria – Miniaturkontinent
Auf einer Fläche von nur 1.560 Quadratkilometern vereint die drittgrößte Kanareninsel Gran Canaria eine Vielzahl verschiedener Landschaften, Klimazonen und Vegetationsformen. Für diese Vielfalt müsste man anderswo einen ganzen Erdteil bereisen. Hier können Sie vormittags durch Sanddünen wie in der Sahara wandern, mittags durch subtropische Schluchten mit Palmen und Lorbeerbäumen streifen und abends in einem auf 1.000 Metern Höhe gelegenen Bergdorf bei milden Temperaturen zu Abend essen. Diese außergewöhnliche Vielfalt macht Gran Canaria zur idealen Destination für aktive, neugierige Senioren, die ihren Urlaub nicht eintönig verbringen möchten, sondern jeden Tag etwas Neues entdecken wollen.
Vorzüge für Senioren
Gran Canaria ist nach Teneriffa die am besten angebundene Kanareninsel. Der Flughafen bei Las Palmas wird täglich von zahlreichen Direktflügen aus dem deutschsprachigen Raum angeflogen. Die Transferzeiten zu den Urlaubsorten betragen selten mehr als 30 bis 45 Minuten.
Die medizinische Versorgung ist ausgezeichnet. Mehrere moderne Krankenhäuser, darunter das Universitätsklinikum in Las Palmas, sowie zahlreiche Fachärzte und deutschsprachige Praxen in den Touristenorten garantieren im Notfall schnelle und kompetente Hilfe. Für Senioren mit gesundheitlichen Vorbelastungen ist das ein beruhigendes Gefühl.
Das Straßennetz ist gut ausgebaut. Öffentliche Verkehrsmittel verkehren zuverlässig und die Beschilderung ist auch für Ortsfremde verständlich. In den Urlaubsorten finden Sie Apotheken, Supermärkte, Banken und eine große Auswahl an Restaurants.
Auch die Auswahl an Erwachsenenhotels ist beeindruckend: Von eleganten Boutique-Hotels in historischen Gebäuden über moderne Wellnessresorts bis zu luxuriösen 5-Sterne-Anlagen mit allem erdenklichen Komfort ist für jeden Geschmack und jedes Budget etwas dabei.
Landschaftliche Vielfalt
Was Gran Canaria von den anderen kanarischen Inseln unterscheidet, ist die schiere Bandbreite an Naturräumen. Im Süden erstrecken sich die berühmten Dünen von Maspalomas, ein sechs Kilometer langer und bis zu zwei Kilometer breiter Sandstrand mit wandernden Dünen, die bis zu 20 Meter hoch aufragen. Diese Wüstenoase zählt zu den spektakulärsten Naturphänomenen der Kanaren. Für Senioren mit eingeschränkter Mobilität gibt es barrierefreie Zugänge und befestigte Promenaden entlang des Strandes.
Das Zentrum der Insel ist dagegen bergig und grün – eine völlig andere Welt. Hier liegt das Biosphärenreservat Roque Nublo mit dem gleichnamigen Felsmonolithen, dem Wahrzeichen Gran Canarias. Die Bergdörfer Tejeda und Artenara bieten authentisches kanarisches Leben, traditionelle Restaurants mit regionaler Küche und atemberaubende Ausblicke. Schon die Fahrt durch die Berge – etwa über die spektakuläre Passstraße von San Bartolomé de Tirajana nach Tejeda – ist ein Erlebnis für sich: Serpentinen winden sich durch tiefe Schluchten und geben immer neue Panoramen frei.
Im Nordwesten erwartet Sie üppiges Grün: Das Tal von Agaete mit seinen Bananen- und Kaffeeplantagen sowie seiner subtropischen Vegetation wirkt wie ein Garten Eden. Der nahe gelegene Naturpark Tamadaba mit seinen Kiefernwäldern lädt zu gemütlichen Wanderungen ein. Viele Wege sind auch für weniger trainierte Personen gut machbar und führen zu Aussichtspunkten, von denen aus Sie steile Klippen und den tiefblauen Atlantik sehen können.
Die Hauptstadt Las Palmas im Nordosten ist eine lebendige, authentische Stadt mit über 400.000 Einwohnern. Der historische Stadtteil Vegueta mit seinen Kolonialhäusern, Kopfsteinpflastergassen und der imposanten Kathedrale Santa Ana ist ein Muss für kulturinteressierte Besucher. Der Strand Las Canteras, einer der besten Stadtstrände Europas, erstreckt sich über drei Kilometer und bietet eine palmengesäumte Promenade mit Cafés und Restaurants.
Für wen ist Gran Canaria die richtige Wahl?
Gran Canaria ist die Insel für Senioren, die Abwechslung lieben und verschiedene Facetten eines Reiseziels entdecken möchten. An einem Tag relaxen sie am Strand oder Pool, am nächsten unternehmen sie einen Ausflug in die Berge, fahren in die Stadt zum Bummeln oder besuchen ein traditionelles Bergdorf.
Sie sind körperlich noch fit genug für leichte Wanderungen oder ausgedehnte Spaziergänge, schätzen aber auch Komfort und eine gute Infrastruktur. Sie interessieren sich für Land und Leute, probieren gerne lokale Spezialitäten und freuen sich über authentische Begegnungen abseits der Touristenpfade.
Für schwule Best Ager ist das Yumbo Center in Playa del Inglés ein beliebter Ort, um Gleichgesinnte zu treffen.
Ruhige Regionen abseits des Massentourismus
Auch wenn Gran Canaria touristisch erschlossen ist, gibt es durchaus Gegenden, die Ruhe und Authentizität bewahrt haben.
Agaete und Puerto de las Nieves im Nordwesten sind echte Geheimtipps. Das verschlafene Fischerdorf Puerto de las Nieves ist berühmt für seine Fischrestaurants direkt am Wasser und den spektakulären Blick auf den Felsen „Dedo de Dios” (Finger Gottes). Hier finden sich kleinere, charmante Hotels und Ferienwohnungen. Das nahegelegene Agaete selbst ist ein hübsches Städtchen mit einem authentischen Markt und traditionellen Restaurants.
Meloneras ist die elegantere, ruhigere Schwester von Maspalomas. Direkt neben den Dünen gelegen, bietet dieser Ort gehobene Hotels, eine gepflegte Promenade mit Boulevard-Atmosphäre, hochwertige Restaurants und einen 18-Loch-Golfplatz. Die Atmosphäre ist hier deutlich entspannter als im nahegelegenen Playa del Inglés. Hier haben sich viele Erwachsenenhotels angesiedelt. Der Ort ist perfekt für Senioren, die die Nähe zur touristischen Infrastruktur schätzen, aber in ruhiger, exklusiver Umgebung wohnen möchten.
Puerto de Mogán, das oft als das „Venedig des Südens” bezeichnet wird, ist ein malerisches Hafenstädtchen mit bunten Häusern, blumengeschmückten Brücken über kleine Kanäle und einer entspannten, fast mediterranen Atmosphäre. Der Ort ist klein und überschaubar – perfekt für einen ruhigen Urlaub mit gelegentlichen Ausflügen. Die Auswahl an Hotels ist begrenzt, die vorhandenen Häuser sind jedoch von hoher Qualität. Der kleine Strand ist geschützt und ideal zum Baden. Donnerstags findet ein beliebter Markt statt und die Restaurants am Hafen servieren in entspannter Atmosphäre frischen Fisch.
San Agustín ist eine ruhige Alternative zu den Nachbarorten Playa del Inglés und Maspalomas. Der dunkle Sandstrand ist weniger überlaufen und die Hotels sind oft etwas älter, aber gut geführt und verfügen über eine treue Stammkundschaft, zu der viele Senioren gehören. Die Promenade verbindet San Agustín mit Playa del Inglés.
An der Westküste bieten Taurito und Puerto Rico geschützte Buchten mit ruhigem Wasser, die ideal für weniger sichere Schwimmer sind. Puerto Rico ist zwar touristisch geprägt, aber gemütlicher und weniger überlaufen als die großen Resorts im Süden. Die Hotels liegen oft am Hang und bieten einen herrlichen Meerblick. Die Atmosphäre ist familiär.
Wer es wirklich ursprünglich mag und über einen Mietwagen verfügt, kann auch im Landesinneren oder an der Nordküste wohnen, zum Beispiel in Arucas mit seiner neugotischen Kirche oder in Gáldar mit seinen archäologischen Stätten. Hier erleben Sie das authentische Gran Canaria, allerdings mit deutlich weniger touristischer Infrastruktur und ohne Strandnähe. Für kulturinteressierte Langzeiturlauber ist dies eine spannende Option.
Ein Wort zu Playa del Inglés und Maspalomas:
Die großen Urlaubszentren im Süden, allen voran Playa del Inglés, haben einen zwiespältigen Ruf. Tatsächlich kann es hier in der Hochsaison sehr lebhaft werden. Die Architektur aus den 1970er Jahren trifft nicht jeden Geschmack. Dennoch ist die Infrastruktur unschlagbar, die Auswahl an Restaurants riesig und gerade in Maspalomas gibt es auch hochwertige, ruhige Erwachsenenhotels in exzellenter Lage.
Wer tagsüber Ausflüge unternimmt und das Hotel vorwiegend zum Schlafen und Frühstücken nutzt, für den ist die zentrale Lage im Süden durchaus praktisch.
La Palma – die grüne Insel
La Palma ist eine Insel für Kenner: Entweder man verliebt sich auf den ersten Blick in ihre wilde, üppige Schönheit oder merkt schnell, dass man hier nicht glücklich wird. Denn La Palma ist anders als ihre touristisch erschlossenen Schwestern. Es gibt keine kilometerlangen Sandstrände mit Liegestuhlreihen, keine Strandpromenaden mit Geschäften und auch keine große Auswahl an Restaurants und Unterhaltungsmöglichkeiten. Stattdessen erwartet Sie eine Insel von atemberaubender natürlicher Schönheit, die noch weitgehend ursprünglich ist.
Naturparadies der Superlative.
La Palma trägt nicht umsonst die Beinamen „Isla Bonita” (die schöne Insel) und „Isla Verde” (die grüne Insel). Und „Isla Verde” – die grüne Insel. Es gibt dichte Lorbeerwälder, die noch aus der Tertiärzeit stammen, subtropische Vegetation mit Baumfarnen und wilden Blumen, Bananenplantagen in den Tälern und Kiefernwälder in den Höhenlagen. Nach Regenfällen – und davon gibt es hier mehr als auf den anderen Inseln – verwandelt sich die Landschaft in ein leuchtendes Smaragdgrün, durchzogen von Wasserfällen und Bächen.
Die Caldera de Taburiente, ein gigantischer Erosionskrater mit bis zu 2.000 Meter hohen Felswänden, gehört zu den eindrucksvollsten Naturwundern Europas. Der vulkanische Gebirgszug Cumbre Vieja, der die Insel von Nord nach Süd durchzieht, bietet Wanderwege mit atemberaubenden Ausblicken. Im Norden fallen die Küsten steil ins Meer ab und sind mit kleinen Wasserfällen geschmückt, die direkt ins Meer stürzen. All das ist UNESCO-Biosphärenreservat.
Hinzu kommt die Authentizität: La Palma lebt nicht vom Massentourismus, sondern von Bananen, Wein und nachhaltiger Landwirtschaft. Die Menschen sind herzlich und unkompliziert. Die Dörfer wirken echt und nicht für Touristen herausgeputzt. Wer das ursprüngliche, ländliche Spanien erleben möchte, ist hier goldrichtig. Die Insel ist sehr ruhig. Hektik ist hier ein Fremdwort, Stress ist unbekannt.
Herausforderungen für Rentner
So schön La Palma auch ist, es ist wichtig, die Einschränkungen zu kennen. Die Insel ist sehr bergig. Es gibt praktisch keine ebenen Strecken. Jede Fahrt führt über kurvenreiche Serpentinen bergauf und bergab. Auch in den Ortschaften gibt es ständig Steigungen. Das kann für Rentner mit Knie- oder Hüftproblemen, Gehbehinderungen oder eingeschränkter Mobilität zum Problem werden. Selbst der Gang vom Hotel zum Restaurant oder zum Supermarkt kann hier sehr anstrengend sein. Barrierefreiheit ist eher die Ausnahme als die Regel.
Die Auswahl an Hotels ist begrenzt. Es gibt keine großen Ferienresorts mit Hunderten von Zimmern, sondern vorwiegend kleinere Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Die vorhandenen Unterkünfte sind oft charmant und persönlich geführt, jedoch nicht mit dem Komfortniveau auf Teneriffa oder Gran Canaria vergleichbar. Wer hohe Ansprüche an Luxus und Service hat, wird hier nur bedingt fündig.
Auch die touristische Infrastruktur ist überschaubar. Die Hauptstadt Santa Cruz de La Palma ist hübsch, aber klein. Größere Einkaufszentren, eine große Auswahl an Restaurants oder gar Nightlife gibt es kaum. Die medizinische Versorgung ist für kleinere Notfälle ausreichend. Bei schwerwiegenden Problemen erfolgt jedoch ein Transport nach Teneriffa. Auch die Flugverbindungen sind deutlich eingeschränkter: Direktflüge aus dem deutschsprachigen Raum gibt es nur von einigen Flughäfen und nicht täglich. Oft muss man in Teneriffa oder Madrid umsteigen.
Erwähnenswert ist auch der Vulkanausbruch im Jahr 2021, bei dem das Tal von Aridane im Süden der Insel unter Lava begraben wurde. Die betroffene Region wird noch Jahre für die Wiederherstellung benötigen. Der Rest der Insel ist jedoch unberührt und der Tourismus läuft normal. Einige Besucher empfinden die Vulkanlandschaft sogar als zusätzliche Attraktion.
Wanderparadies für fitte Naturliebhaber.
La Palma ist die Wanderinsel der Kanaren. Es gibt über 1.000 Kilometer markierte Wanderwege. Für Senioren mit guter Kondition und Trittsicherheit ist dies ein absoluter Traum. Die Wege führen durch uralte Lorbeerwälder, vorbei an Wasserfällen, entlang spektakulärer Küstenklippen und hinauf zu vulkanischen Kratern.
Sternenhimmel
La Palma ist nicht nur oben grün, sondern auch oben dunkel – und das ist ein riesiges Glück. Als erste Insel weltweit wurde La Palma als Starlight-Reserve zertifiziert. Strenge Gesetze schützen den Nachthimmel vor Lichtverschmutzung: Die Straßenbeleuchtung wird minimiert und Außenwerbung ist verboten. Das Ergebnis ist ein Sternenhimmel von unglaublicher Klarheit und Brillanz.
Auf dem Roque de los Muchachos, dem mit 2.426 Metern höchsten Punkt der Insel, steht eines der weltweit führenden Observatorien. Die Luft ist hier oben so klar und trocken, dass Astronomen aus aller Welt hierherkommen. Für Besucher werden regelmäßig Sternenführungen angeboten. Wenn Sie zum ersten Mal die Milchstraße in ihrer ganzen Pracht sehen, Sternschnuppen zählen und ferne Galaxien durch ein Teleskop betrachten, ist das ein unvergessliches Erlebnis.
Doch auch ohne Teleskop ist der Nachthimmel auf La Palma ein Schauspiel: Tausende von Sternen funkeln so hell, dass man das Gefühl hat, man könne sie greifen. Saturn mit seinen Ringen, der Orionnebel und die Andromedagalaxie sind mit bloßem Auge oder einem einfachen Fernglas sichtbar. La Palma ist ein absolutes Muss für naturverbundene Senioren, die sich für Astronomie interessieren oder einfach nur die Schönheit des Kosmos erleben möchten.
Für wen ist La Palma die richtige Wahl?
La Palma ist nichts für Rentner, die Wert auf Komfort, Auswahl und Infrastruktur legen oder die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Sie ist aber perfekt für:
- Naturliebhaber mit guter körperlicher Fitness, die gerne wandern und die Natur in ihrer ursprünglichen Form erleben möchten
- Ruhesuchende Rentner, die wirklich Abstand vom Alltag wollen
- Astronomie-Interessierte, die einen der besten Sternenhimmel der Welt erleben möchten
- Individualtouristen, die ihre Tagesgestaltung selbst organisieren
- Langzeiturlauber
Wenn Sie zu dieser Gruppe gehören, die anderen Kanarischen Inseln schon kennen und etwas völlig anderes suchen, dann ist La Palma Ihre Insel. Sie werden mit intensiven Naturerlebnissen, Ruhe und Authentizität belohnt, die auf den touristischeren Inseln längst verschwunden sind.
Praktische Hinweise
- Ein Mietwagen ist unerlässlich, denn ohne Auto kommen Sie auf La Palma kaum zurecht.
- Die öffentlichen Busse fahren selten und erreichen nicht alle Orte.
- Die Straßen sind kurvenreich, erfordern aber keine besondere Fahrpraxis. Lediglich bei Nebel in den Bergen sollten Sie vorsichtig sein.
- Beste Reisezeit ist der Frühling (März bis Mai), wenn die Temperaturen mild sind und die Natur in voller Blüte steht, sowie der Herbst (September bis November).
- Der Winter ist grüner, aber auch regnerischer.
- Der Sommer ist angenehm warm, aber manchmal sehr trocken.
La Gomera und El Hierro – die stillen Inseln
Wer auf La Palma noch mehr Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, findet sie auf den beiden kleinsten bewohnten Kanarischen Inseln: La Gomera und El Hierro. Sie sind allerdings nur für eine sehr spezielle Zielgruppe geeignet. Senioren sollten sich sehr genau überlegen, ob sie die Einschränkungen, die mit dieser Abgeschiedenheit einhergehen, in Kauf nehmen möchten.
La Gomera
La Gomera, die zweitkleinste Hauptinsel, liegt nur eine knappe Stunde Fährfahrt von Teneriffa entfernt und ist dennoch eine Welt für sich. Die Insel ist extrem bergig und wird von tiefen Schluchten (Barrancos) durchzogen. Das Herzstück der Insel ist der Nationalpark Garajonay mit seinen uralten, nebelverhangenen Lorbeerwäldern, die wie aus einem Märchen wirken. Wanderer schwärmen von La Gomera, doch die Wege sind oft steil, schmal und anspruchsvoll, was für viele Senioren eine Herausforderung darstellt.
Die touristische Infrastruktur ist minimal. Es gibt einige kleinere Hotels und Ferienwohnungen, vor allem im Hauptort San Sebastián und im Ferienort Valle Gran Rey. Große Resorts oder Erwachsenenhotels gibt es jedoch nicht. Sandstrände sind rar, die meisten Küsten sind felsig. Die medizinische Versorgung beschränkt sich auf ein kleines Krankenhaus und einige Arztpraxen. Bei ernsthaften Notfällen erfolgt ein Helikoptertransport nach Teneriffa. Direktflüge gibt es nicht. Die Anreise erfolgt per Fähre von Teneriffa aus, wodurch sich die Reisezeit um mehrere Stunden verlängert.
La Gomera ist somit eine Insel für fitte, abenteuerlustige Naturliebhaber, die bewusst auf Komfort verzichten und die Einsamkeit der Berge suchen. Für die meisten Senioren ist sie zu beschwerlich.
El Hierro
El Hierro, die kleinste und westlichste der Hauptinseln, galt in der Antike als das „Ende der bekannten Welt“ – und dieses Gefühl hat sich bis heute erhalten. Die Insel ist mit gerade einmal 11.000 Einwohnern sehr dünn besiedelt. Der Tourismus spielt hier nur eine Nebenrolle.
Die Landschaft ist karg, vulkanisch und von rauer Schönheit. El Hierro ist vor allem als Tauchparadies bekannt. Die Unterwasserwelt zählt zu den spektakulärsten Europas. Für Wanderer gibt es schöne, aber oft einsame Wege. Strände im klassischen Sinne gibt es kaum, dafür findet man natürliche Meerwasserpools in den Lavafelsen.
Die Infrastruktur ist äußerst begrenzt: Es gibt wenige kleine Hotels, noch weniger Restaurants und ein Minimalkrankenhaus. Direktflüge gibt es von den größeren Kanarischen Inseln, aus Europa nur mit Umstieg. Supermärkte und Apotheken sind spärlich gesät und kulturelle Angebote praktisch nicht vorhanden. Wer hierherkommt, sucht die absolute Einsamkeit und ist bereit, auf nahezu jeden Komfort zu verzichten.
Nur für Spezialisten
Beide Inseln sind für ältere Menschen ehrlich gesagt nicht zu empfehlen. Die bergige Topografie, die eingeschränkte medizinische Versorgung, die fehlende touristische Infrastruktur und die schwierige Erreichbarkeit machen sie zu Destinationen für eine sehr kleine, sehr spezielle Zielgruppe: körperlich fitte, extrem naturverbundene Einzelgänger, die die anderen Kanarischen Inseln vielleicht schon alle kennen und bewusst das Abenteuer suchen.
Die richtige kanarische Insel für jeden Seniorentyp
Nach dieser ausführlichen Reise wird eines deutlich: Für jeden Urlaubstyp der Generation 50+ gibt es die perfekte Insel. Die Kunst besteht darin, ehrlich zu sich selbst zu sein und die eigenen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Wünsche realistisch einzuschätzen. Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Profile zusammen, damit Sie die richtige Entscheidung für Ihren nächsten Urlaub treffen können.
Teneriffa für Komfortliebhaber und Erstbesucher
Wenn Sie zum ersten Mal auf die Kanaren reisen, Wert auf Sicherheit und Infrastruktur legen und sich nicht zwischen Strand, Kultur und Natur entscheiden möchten, ist Teneriffa die richtige Wahl. Die Insel bietet die beste medizinische Versorgung, die größte Auswahl an hochwertigen Erwachsenenhotels und genug Abwechslung für mehrere Wochen. Teneriffa ist die sicherste Wahl für Best Ager, die einen unkomplizierten, komfortablen Urlaub mit allen Optionen suchen.
Fuerteventura für Ruhesuchende und Strandspaziergänger
Reife Reisende, die einfach nur entspannen, stundenlang am Strand spazieren gehen und die Seele baumeln lassen möchten, finden auf Fuerteventura ihr Paradies. Die flache Landschaft ist ideal für alle mit Gelenkproblemen oder eingeschränkter Mobilität. Hier können Rentner und Ruheständler, die bewusst entschleunigen möchten, wochenlang die Weite genießen. Die Insel ist besonders bei Langzeiturlaubern und Überwinterern aus der Silber-Generation beliebt.
Lanzarote für Ästheten und Wellness-Fans
Kulturinteressierte Senioren ab 60, die Wert auf Design, Kunst und gehobenes Ambiente legen, werden Lanzarote lieben. Die Insel spricht junggebliebene Best Ager an, die ihren Urlaub mit hochwertigen Thalasso-Anwendungen verbinden und dabei die außergewöhnliche Vulkanlandschaft sowie das Erbe César Manriques genießen möchten. Ideal für Paare, die Kultur und Wellness gleichermaßen schätzen.
Gran Canaria für fitte Entdecker
Aktive Senioren und fitte Rentner, die jeden Tag etwas Neues erleben möchten, sind auf Gran Canaria bestens aufgehoben. Die Insel bietet genug Abwechslung für mehrere Urlaube: Strand, Berge, Städte, authentische Dörfer und vielfältige Ausflugsmöglichkeiten. Gran Canaria ist die perfekte Mischung aus Aktivität und Komfort für die Generation 60+, die körperlich noch fit ist und gerne auch mal eine leichte Wanderung unternimmt.
La Palma für Naturliebhaber mit Kondition
Ältere Urlauber, die trotz ihres Alters noch sehr fit und wanderfreudig sind, finden auf La Palma ihr Traumziel. Die Insel ist nichts für durchschnittliche Senioren, sondern für naturverbundene Ausnahmesportler der Generation 50+, die auf touristische Infrastruktur verzichten können und stattdessen authentische Natur und spektakuläre Sternenhimmel suchen. Perfekt für Ruheständler, die ihren Lebensabend aktiv und abenteuerlich gestalten möchten.
La Gomera und El Hierro für Einsamkeitssucher
Diese beiden Inseln sind nur für eine sehr spezielle Gruppe von Urlaubern der Best-Ager-Generation geeignet: Sie sind extrem fit, genügsam, abenteuerlustig und bereit, auf nahezu jeden Komfort zu verzichten. Für 99 % aller reifen Reisenden sind sie als Haupturlaubsziel nicht empfehlenswert.
Jetzt buchen und vorfreuen!
Die Kanarischen Inseln warten auf Sie – mit mildem Klima, herzlichen Menschen und einer Vielfalt, die keine Wünsche offenlässt, und das ganze Jahr über. Ob Sie als junggebliebener Best Ager Gran Canaria erkunden, als Ruheständler auf Fuerteventura die Seele baumeln lassen oder als kulturinteressierter Senior Lanzarotes Kunstwerke bewundern möchten – Ihr perfekter Seniorenurlaub ist nur wenige Klicks entfernt.
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