Urlaub ohne Kinder: Eltern müssen kein schlechtes Gewissen haben

Urlaub ohne Kinder: Eltern müssen kein schlechtes Gewissen haben

Obwohl die Reisegewohnheiten breiter Schichten zunehmend individualistische Züge aufweisen und die Tourismusbranche darauf stets aufs Neue durch Flexibilisierung und Ausdifferenzierung ihres Angebotes zu reagieren weiß, halten sich manche Standardauffassungen hartnäckig: So ist die Vorstellung, dass der klassische Familienurlaub in jeder Situation die höchste Form des Urlaubsglücks darstellen müsse, immer noch weit verbreitet. Viele Eltern plagt ein schlechtes Gewissen, wenn Sie ohne Kinder in dern Urlaub fahren.

Eltern müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie ohne Kinder in den Urlaub fahren

Zweifellos handelt es sich beim gemeinsamen Verreisen von Eltern und Kindern um eine in vielen Familien liebgewonnene Tradition, die zahlreiche wertvolle Momente und Erinnerungen zu bescheren vermag. Zur Lebensrealität von Vätern und Müttern gehört aber auch der Umstand, dass angesichts umfangreicher Betreuungs- und Beaufsichtigungspflichten, die natürlich auch in den Ferien aufrecht bleiben, der persönliche Erholungsfaktor oftmals zu kurz kommt.

Im Hinblick auf diese Tatsache kommt häufig der Gedanke auf, zur Abwechslung einen Urlaub ohne Kinder in Erwägung zu ziehen, zumal es in Form von Erwachsenenhotels mittlerweile eine etablierte Branche gibt, die sich genau auf diesen touristischen Zweig spezialisiert hat und mit äußerst attraktiven Angeboten aufwarten kann. Gleichzeitig machen sich in diesem Zusammenhang aber bei vielen Menschen anfängliche Zweifel bemerkbar, ob diese Option auch mit ihrem elterlichen Verantwortungsbewusstsein vereinbar ist. Dass im Vorfeld einer solchen Entscheidung das Für und Wider sorgfältig abgewogen wird, ist aus familiärer Sicht verständlich. Hinzu kommt, dass das sprichwörtliche Verreisen mit „Kind und Kegel“ zum Teil immer noch als wirkmächtige soziale Norm wahrgenommen wird. Bei näherer Betrachtung lassen sich allerdings triftige Gründe dafür anführen, warum ein Erwachsenenurlaub noch lange keinen Grund für Gewissensbisse darstellen muss.

Aus diesen Gründen sollten Eltern mal ohne Kinder verreisen

Zunächst einmal birgt die weitgehend ununterbrochene Zweisamkeit, die dieses Urlaubsformat für Elternpaare mit sich bringt, reichlich Gelegenheit für gemeinsame Aktivitäten, romantische Momente, offene Unterhaltungen oder auch klärende Aussprachen, die sich in das gewohnte Familienleben ansonsten schwer integrieren lassen. Diese können wiederum auf bestehende Partnerschaften langfristig stabilisierend wirken und kommen damit mittelbar den gemeinsamen Kindern zugute. Auch für Alleinerziehende kann ein Erwachsenenurlaub insofern von Interesse sein, als er einerseits optimale Bedingungen für ein ungestörtes „Abschalten“ und das Pflegen von berechtigten persönlichen Bedürfnissen schafft, andererseits interessante Begegnungen und das Knüpfen von neuen Bekanntschaften in einer entspannten Atmosphäre ermöglicht. Beide Aspekte laden dazu sein, endlich einmal zur Ruhe zu kommen, ausgiebig Kraft zu tanken und in weiterer Folge mit neuem Elan in den Alltag zurückzukehren.

Selbstverständlich lässt sich die Thematik des Erwachsenenurlaubs nicht von der Frage trennen, welche Vorkehrungen getroffen werden müssen, um sicherzustellen, dass es den Kindern während der eigenen Abwesenheit an nichts mangelt, sie in der Zwischenzeit liebevoll beaufsichtigt werden und dabei selbst sinnvollen Tätigkeiten nachgehen können. Eine ebenso naheliegende wie sichere Option besteht darin, sie für die Dauer des Urlaubs bei vertrauenswürdigen Verwandten, zum Beispiel den Großeltern oder in der Kindererziehung erfahrenen Onkeln und Tanten, in Betreuung zu geben. Eine solche Lösung kann für alle Beteiligten bereichernd wirken, weil sie die wechselseitige Bindung der Kinder zur erweiterten Familie stärkt und für Erstere durchaus eine willkommene Abwechslung darstellen kann (insbesondere, wenn auch im verwandten Haushalt gleichaltrige Kinder zugegen sein sollten). Alternativ besteht die Möglichkeit, zeitgleich zum eigenen Erwachsenenurlaub den Kindern auf deren Wunsch hin ebenfalls ein persönlich auf sie zugeschnittenes Ferienerlebnis zu ermöglichen (Jugendreise, Ferienlager, etc.).

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